25.10.2008
 
Bode Miller geht (wieder mal) neue Wege
 
Vorbereitung auf die alpine Weltcupsaison läuft gut
 

In einem Interview bei seinem Bekleidungsausrüster Kjus gab der Weltcupgesamtsieger der Saison 2007/2008 eine Einblick in sein Vorbereitung auf die neue Weltcupsaison. Er hat sich einiges geändert zum letzten Jahr. Im letzten Jahr startete er erstmal allein mit seinem "Team America". Er bekam von einem deutschen Hersteller einen mobilen Wohnwagen zur Verfügung gestellt und reißt mit seiner Crew durch ganz Europa. Dieses Jahr hat es gleich 3 große "Motorhomes" in den USA gekauft, komplett ausgestattet und zwei nach Europa verschifft.

3 Motorhomes stehen zur Verfügung
Neben reichlich Wohnfläche, ist in jedem Wohnwagen ein eigener Fitnessraum installiert. Natürlich steht auch ein extra Raum für den Servicemann von Head zur Verfügung. Weiteres Personal reist in einem weiteren Auto dem "Motorhome" hinterher. Von seinem alten Trainerteam hat sich Bode verabschiedet.
Millers neuer Coach ist Forest Carey und mit 32 Jahren nur ein Jahr älter als Miller. Carey ist ein langjähriger Wegbegleiter von Miller und war mit ihm in der Carrabassett Valley Academy in Maine sowie im US-Skiteam unterwegs. Mit Craig Daniels wird Miller von einem weiteren engen Vertrauten unterstützt. "Ich kenne Forest und Craig seit Ewigkeiten", meinte Miller über seine für ihn arbeitenden Freunde. Mit Craig Daniels wird Miller von einem neuen, "alten" Trainer unterstützt. "Ich kenne Forest und Craig seit Ewigkeiten", meinte Miller über seine für ihn arbeitenden Freunde. Daniels ist nur ein Jahr älter als Miller.

Team America hat sich bewährt
"Noch als ich Mitglied im US Team war, hatte ich mein "Motorhome" dabei. Denn hier konnte mein umfangreiches Material immer schnell geserviced werden", meine Bode. ". . . am Abend musste ich dann immer 10-30 km zum Hotel fahren, nur um im US Teamhotel zu schlafen. Morgens ging es dann immer ganz früh raus, wiederum eine lange Anfahrt zum "Motorhome", um mein Material zu holen. Diesen Stress wollte ich nicht mehr!" Die Idee von "Team America" war geboren - und schnell in die Realität umgesetzt.

Bode baut Muskelmasse ab
Seine Saisonvorbereitung hat er etwas anders gestaltet als im letzten Jahr. Um bei den ersten Rennen mehr Spritzigkeit, Flexibilität und Dynamik zu haben, hat er wenige Kilo und Muskelmasse drauf als im letzten Jahr. Erst zum Ende des Jahre wird er mehr Gewicht (und Muskelmasse) aufbauen, um besser für die kraftraubende Speedrennen im neuen Jahr gerüstet zu sein. "Viele Rennfahrer sind Mitte Januar schon kaputt und ausgelaugt, weil sie in den vergangenen Monaten schon viel Kraft gelassen haben. "Zum Ende der langen Saison fehlt dann die Kraft, um nochmals richtig anzugreifen", sagt Bode und zeigt sich sicher, dass sein Trainingskonzept diese Jahr besser aufgeht, denn er fährt Weltcuprennen um zu Siegen, nicht um dabei zu sein. Er haut schon ein bisschen auf die Sahne, als er nach dem Stand der Trainingsvorbereitung gefragt wurde. Im letzten Jahr durfte er noch mit dem Österreichischen Skiteam  mittrainieren, dieses Jahr haben die Cheftrainer es abgelehnt. Also hat es sich dem norwegischem Team angeschlossen.

Gesamtweltcup hat Priorität vor WM
Seine etwas andere Saisonvorbereitung ist ganz auf die Verteidigung des Gesamtweltcups ausgerichtet und auf den Gewinn einzelner kleiner Kristallkugeln (Slalom, Riesenslalom, Abfahrt, Kombination oder Super-G) ausgerichtet. "Die Weltmeisterschaft ist in diesem Jahr nicht so wichtig für mich", betonte es klar seine Prioritäten für den kommen Winter.

Kein "Exit concept"
Auf die Frage, wie lange er noch dem Weltcupzirkus erhalten bleibt, blieb er ganz gelassen. "I have no Exit concept", antwortet er und freut sich auf diese Saison, denn jetzt macht es wieder Spaß. Der ist ihm vor drei Jahren im US Team vergangen. Worauf er noch mehr Wert legt ist die Sicherheit und das perfekte Material. "Wenn man sich einen Arm bricht, kann man in ca. 6 Wochen wieder Skifahren. Bricht man sich die Hand, dauert das 3-4 Monate und die Saison ist gelaufen", meint Bode, dessen Handverletzung zum Ende der letzten Saison auskuriert ist.  "Ich denke nicht langfristig - nur von Saison zu Saison". Auch die Zeitläufe gegenüber seinen direkten Konkurrenten hat er alle gewonnen. Sein Ziel ist klar. Rennen gewinnen, soviel wie möglich.

Quelle: (Text: Schneestation, Wolfgang Schmidt - Bild: Schneestation)

 

 
 
 
 

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