Regeln und Historie
Allgemein
gilt das Jahr 1888 als Geburtsstunde des modernen Skilaufes. In diesem Jahr
hat der Norweger Fridtjof Nansen Grönland auf Skiern durchquert. Sein Expeditionsbericht
"Pa ski over Grönland" wurde in unzählige Sprachen übersetzt
und weckte so das Interesse für den Skilauf bei vielen tausend Menschen.
Alpine Rennen wurden aber schon um 1870 in der norwegischen Provinz Telemark
ausgetragen. Großen Aufschwung erlebte der Skisport, als 1896 der Österreicher
Matthias Zdarsky ein Buch veröffentlichte, das die Skilauftechnik, erstmals
auch das Stemmen, erklärte. Zuvor hatte Zdarsky schon die erste alpine
Skibindung entwickelt. Als Geburtsdatum der alpinen Rennen gilt der 21. Januar
1922, als im Schweizer Mürren ein offizielles Slalomrennen nach den Ideen
von Sir Arnold Lunn veranstaltet wurde. Der Brite kämpfte leidenschaftlich
für die Anerkennung der alpinen Disziplinen in der Internationalen Ski-Föderation
(FIS), die 1924 gegründet wurde. 1930 erreichte er deren Einführung.
Ein Jahr später fanden die ersten FIS-Rennen statt, die 1937 duch die ersten
Weltmeisterschaften in Chamonix abgelöst wurden. Bei den olympischen Winterspielen
1936 in Garmisch-Partenkirchen stand die Alpine Kombination, bestehend aus Abfahrtslauf
und Slalom, im Programm. 1958 wurde von der FIS für eine weltweite Wettkampfserie
eine Punkte-Rangliste in den alpinen Disziplinen eingeführt. Seit 1968
wird der alpine Weltcup in den Disziplinen Abfahrt, Slalom, Riesenslalom, Super-G
und Kombination ausgefahren. In den letzten Jahren hat eine Neuentwicklung in
der Ski-Industrie den Skisport revolutioniert: Carving Carving bedeutet, dass
man geschnittene Schwünge fährt. Dafür wurden neue Skier entwickelt.
Sie sind breiter als "normale" Skier und extrem tailliert, so dass
sich engere Radien fahren lassen. Zudem ist mit Carvingskiern das Skifahren
für Anfänger leichter zu lernen, da sie drehfreudiger sind.
Die Regeln
Der Abfahrtslauf ist die schnellste Disziplin. Geschwindigkeiten bis zu 140
km/h sind hier keine Seltenheit. Zudem stellen weite Sprünge (bis zu 60
m) die Fahrer vor höchste Anforderungen.Im Slalom gilt es, eine durch Tore
(bei Damen 45-65, bei Herren 55-75) festgelegte Strecke zu durchfahren. Es werden
zwei Läufe ausgetragen. Nach dem ersten Lauf werden die Tore umgesteckt.
Der Riesenslalom enthält im Wechsel große, mittlere und kleine Schwünge.
Im Unterschied zum Slalom werden hier weniger Tore (mindestens 30) gesteckt.Der
Super-G (Super Giant Slalom) ist eine Kombination aus Abfahrt und Riesenslalom.
Hier gibt es kleinere Sprünge, aber auch technisch anspruchsvollere Engpassagen
mit schnellen Richtungswechseln. Die Alpine Kombination ist das Ergebnis eines
Abfahrtslaufs und eines Slaloms, die in dieser Reihenfolge an zwei aufeinanderfolgenden
Tagen ausgetragen werden.
Kurze Skigeschichte
Früher Skilauf
Hinweise auf den Skilauf in früher Zeit / Ursprung und Alter des Ski.
Das geschätzte Alter "des Ski" schwankt zwischen 2000 und 5000
Jahren. Moorfunde erlauben aufgrund der Bestimmung des Alters der Pflanzen,
deren Pollenstaub sich auf den Skiern findet, eine Festlegung des Alters der
Skier zwischen 2000 und 4000 Jahren. Das finnische Wort "suksi" für
Ski deutet auf ein Alter von 4500 - 5000 Jahren hin.
Felszeichnungen, Funde
Felszeichnungen aus der jüngeren Steinzeit geben Zeugnis vom Vorhandensein
des Fortbewegungsmittels "Ski" in dieser geschichtlichen Frühzeit.
Die bis heute älteste bekannte Abbildung eines Skiläufers wird 1929
anläßlich einer Torfabtragung auf der nordnorwegischen Insel Rödöy
gefunden. Sie ist mit Klopfstein in einen Felsen gehämmert und stellt einen
Menschen auf Skiern mit Hasenohren und Wurfholz dar. (Alter: ca. 4500-5000 Jahre).
Neben dieser Zeichnung finden sich eine Anzahl weiterer Felsbilder aus verschiedenen
Zeitepochen. So etwa eine ca. 4000 Jahre alte Skiläuferszene aus der jüngeren
Steinzeit (siehe Abb. 2), gefunden in der Gegend zwischen Onegasee und Weißem
Meer (Vygfluß bei Zalavrouga) oder eine Felsgravur aus Bessow/Noß
am Onegasee mit einem Alter von etwa 2500 bis 3000 Jahren (siehe Abb. 3).
Abb. 2: Skiläuferszene aus der jüngeren Steinzeit (Quelle: POLEDNIK,
13)
Moorfunde
Skier - vor allem abgebrochene - werden mehrfach in Mooren gefunden. Unter Luftabschluß
bleiben sie oft sehr gut erhalten.
Abb.
4: Ski von Hoting, ältester bisher bekannter Ski (Quelle: POLEDNIK, 276)
Abbildung 4 zeigt den "Ski von Hoting", den ältesten bisher bekannten
Ski, erzeugt mit Steinwerkzeugen und gefunden in einem Moor bei Hoting in Schweden.
Sein Alter wird mittels pollenanalytischer Methode auf ca. 4500 Jahre geschätzt.
Länge: 110 cm, Breite: 10 cm, Dicke: 1 cm, Stemmloch: quer
Der zweitälteste bekannte Fund datiert aus vor ca. 2000 v.Chr. und ist
bei Kiinula in Finnland gefunden worden.
Mit großer Wahrscheinlichkeit wird angenommen, daß die "Erfindung"
des Skis durch die Völkern des Altaischen Gebirges erfolgt ist. Leider
sind solche Moorfunde aus Sibirien noch nicht bekannt, obwohl es Literaturstellen
über die Verwendung von Schneeschuhen bei den Samojeden gibt. Zwei Ausdrücke
für den Ski, die auf den Wurzeln "saan" und "suk" beruhen,
überschreiten die Sprachgrenzen vieler heutiger Völker- und Rassen.
Sowohl die Formen der einzelnen Skitypen, wie die Bezeichnungen für den
Ski (das altnordische "skidh" heißt Scheit, Spaltholz) lassen
annehmen, daß diese ungefähr zur gleichen Zeit entstanden sind. Das
Alter des Ski muß demnach auf über 5000 Jahre angenommen werden,
was etwa zeitgleich mit dem Bau der ersten Pyramiden wäre.
Alte Skiformen und die Entwicklung des Ski als Gebrauchsgegenstand
Die
Ursache für die Entwicklung des Ski ist bis heute nicht geklärt. Zwei
Möglichkeiten erscheinen am wahrscheinlichsten: die Entstehung aus dem
Schneeschuh oder aus der Schlittenkufe. Auch ist nicht geklärt, ob die
erste Verwendung im Schnee oder in Sümpfen erfolgt. Der Mensch der Vorzeit
lebt von erlegten Tieren. Im Sumpf und im Schnee kommt er schwer an die viel
schnelleren Tiere heran - er muß die Trittfläche seiner Fellschuhe
vergrößern, um weniger einzusinken und sich schneller fortbewegen
zu können - vielleicht, um sich überhaupt fortbewegen zu können!
Es ist durchaus denkbar, daß die Schaffung einer Möglichkeit, Sümpfe
zu begehen und zu überqueren durch Vergrößerung der Trittfläche
("der Sumpfschuh") primär ist und die Übertragung auf die
ähnliche "Situation Schnee" erst sekundär entsteht. Die
Umkehrung dieser Deutung ist aber durchaus auch möglich.
Die Verwendung
einer Fellsohle auf Schnee läßt sicher bald erkennen, daß Gleiten
die Fortbewegung beschleunigt, ebenso wie die weitere Vergrößerung
der Trittfläche eine Minderung des Einsinkens - in Sumpf oder Schnee -
bedeutet. So wächst der Trittschneeschuh in die Länge und wird auf
die Fellschuhe mit Mehrrohrbügel und Riemen gebunden. Erst durch die Erfindung
des Fellskis kann das wildreiche Inland Nordeurasiens im Winter erobert werden
(weiterer Vorteil: Geräuschlosigkeit des Fellskis beim Anpirschen!).
Entstehung aus
der Schlittenkufe:
Diese Möglichkeit wird wenig beachtet, obwohl die Ähnlichkeit zwischen
Schlittenkufe und Ski augenscheinlich ist. Zudem weisen gleiche Wortwurzeln
auf die ursprüngliche Identität der Schlittenkufe mit den Ski hin.
So heißt im Japanischen der Ski "zori" und der Schlitten "suri",
im Slowenischen der Ski "smucka" und der Schlitten "smuce"
und das polnische Wort für den Ski "narta" geht auf die russische
Bezeichnung für den Hundeschlitten "rta" zurück. Der mongolische
Wortstamm "tsana" bedeutet sowohl Ski als auch Schlitten!
Entstehung aus dem Fellschuh:
Die ursprüngliche Fußbekleidung ist eine Kombination von Mokassin
und Sandale (= steife Sohle). Aus der Sandale könnte durch den Gebrauch
mit einem Tretschneeschuh der Ski entstanden sein.
Die Urheimat der Skier
ist nach den vorliegenden Quellen Nordeuropa, Nordasien, Nordamerika. Für
unseren Ski sind Skandinavien, Lappland und Finnland die Herkunftsgebiete.
Arten von Skiern:
Verschiedenste Formen sind überliefert: Skier ähnlich unseren Schneereifen;
auch ungleich lange Skier, ein kurzer fellüberzogener "Abstoß-Ski"
und ein langer "Gleit-Ski" mit tiefer Rille und aufgebogener Spitze
wurden gefunden. Diese Skier sind alle parallelkantig! Die Länge der Skier
variiert stark. Bis zu 5 m lange Skier für die Robbenjagd wurden gefunden,
um "Brücken" über die Atemlöcher der Robben damit schlagen
zu können.
Skistock:
Der eigentliche Skistock ist wahrscheinlich wesentlich jünger als der Ski.
Der erste Skistock war sicher nichts anderes als ein Wanderstab, der zur Erhaltung
des Gleichgewichts dienen soll. Der Doppelstock ist wahrscheinlich als Abstoßhilfe
zur Erzielung höherer Geschwindigkeiten bei der Jagd eingesetzt worden.
Zeugnisse über den Skilauf aus der frühen Geschichtsschreibung
In Sagen und Berichten tauchen immer wieder Beweise für die Existenz von
Skiern auf. Älteste Zeugnisse geben Berichte des byzanthinischen Geschichtsschreibers
PROCOPIUS (550 n. Chr.), des gotischen Mönchs JORDANES (552) und des Langobarden
PAULUS DIACONUS (720-790). Sogar aus China sind Überlieferungen über
skilaufähnliche Tätigkeit in der Tang-Dynastie (618-907) bekannt.
In den Liedern der Edda und den isländischen Sagen wird vom Skilauf berichtet.
Auch über Kriege auf Skiern ist zu lesen.
Skigeschichte der Neuzeit
Wandlung des Ski vom Gebrauchsgegenstand zum Sportgerät:
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vor
1888:
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Die
Verwendung des Ski für militärische Zwecke gibt dem allgemeinen
Skilauf starke Impulse. Man beginnt, den Ski auch für sportliche Zwecke
zu entdecken.
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1843
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hört
man erstmals von einem "Preisrennen" (in Tromsö).
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1865
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erscheint
das erste "Buch über den Skilauf" (Autor ist der Norwegische
General WERGELAND).
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1877
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Gründung
des ersten Skiklubs in Norwegen, des Kristianiasands Schlittschuh-
und Skiklub. Dieser Klub kann als Keimzelle der sportlichen Entwicklung
des Skisports in Norwegen und in weiterer Folge auch als Keimzelle
der mitteleuropäischen Skilaufentwicklung angesehen werden.
In
Telemarken - einer Landschaft im Südwesten Norwegens - und nördlich der
Stadt Kristianiasand (alter Name für Oslo; Südnorwegen) entwickelt sich
die Kunst des Skilaufes in eine ganz eigenartige Richtung. Die parallelkantigen
Skier erhalten eine Einziehung in der Mitte, wodurch eine Taillierung,
die "Telemarkschweifung", entsteht. Dadurch wird der
Ski drehbar. "Telemark und Kristiania" - so heißen die
Richtungsänderungen der Telemärker - sind Ergebnis dieser Veränderung
am Ski. Aus einer Schußfahrt jäh anzuhalten, ist den Telemarkern durchaus
möglich. Ihre sportlichen Ambitionen gehören verschiedenen Arten eines
Hindernislaufes, deren einen sie Slalom nennen.
FRIDTJOF
NANSEN quert in etwa 6 Wochen Grönland mit Skiern von Ost nach West. Diese
Pioniertat sowie seine Aufzeichnungen, in denen er den Skilauf ausführlich
beschreibt ("Auf Schneeschuhen durch Grönland", 1891), entzünden
einen wahren Begeisterungssturm und tragen sehr viel zu der Ausweitung
des Skilaufs bei.
SONDRE
A. NORDHEIM (Skierzeuger aus Morgedal in Telemarken) und MIKKEL HEMMESTVEIT
(Schuster aus Morgedal) gründen die erste Skischule der Welt in Kristianiasand.
Sie tragen in vielen Reisen den Skilauf in die Welt hinaus und sind schon
vor der Jahrhundertwende in Amerika als Skipädagogen tätig.
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1892
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Seit
1892 werden Wettkämpfe, die heute noch berühmt sind, am Holmenkollen bei
Olso ausgetragen (vorher am ebenso bekannten Husebyhügel nahe Kristianiasand).
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Der Skilauf in Mitteleuropa
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In
Mitteleuropa gibt es nur Reiseberichte, denen auch die Kuriosität "Ski
und Skilauf" zu entnehmen waren.
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1689
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berichtet
Freiherr von VALVASOR, in seiner Schrift "Die Ehre des Herzogtums
Krain" über das Skifahren in Krain. Die auf einem Hochplateau
in 700 - 900 m lebenden Slovenen - an der Linie Wien - Triest 15 km von
Rakek entfernt, fahren in Schlangenbogen steile Hänge hinunter, weichen
Hindernissen aus oder überspringen sie und sind damit die ersten alpinen
Skifahrer Mitteleuropas. Ihre Skier sind teils sehr lang und schlank,
teils breit und kurz. Es ist ungeklärt, ob der "Skilauf" hier
selbständig entsteht, oder das Ergebnis des 30jährigen Krieges ist, durch
den allenfalls Ski und Skilauf - made in Norge - importiert werden. Sonst
hört man nur aus ganz vereinzelten Berichten über Jäger, Ärzte oder andere
Einzelgänger, daß es einen Skilauf in Mitteleuropa um diese Zeit gibt.
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1874
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JULIUS
PAYER
bringt Skier von seiner Nordpolexpedition mit nach Wien.
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1883
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bekommt
OFFERMANN seine ersten Skier. (Deutscher Skipionier - überquert
1894 den Rhonegletscher).
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1883
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erhält
auch PAULCKE seine ersten Skier. Er ist in der Auseinandersetzung
gegen ZDARSKY der Führer der "Norweger-Anhänger". Durch die
Überquerung des Berner Oberlandes mit norwegischen Skiern und norwegischer
Fahrweise versucht er, ZDARSKYS Behauptung zu widerlegen, wonach sowohl
Gerät wie Technik der Norweger für das alpine Gelände unbrauchbar sind.
PAULKE schreibt ein noch heute beachtetes Buch über alpine Gefahren.
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1888
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Die
Grönlandquerung Nansens löst einen wahren Skiboom auch in Österreich aus.
So läßt sich MAX KLEINOSCHEGG, nach einem in tiefem Matsch erfolgten
Abstieg vom Hochschwab, der ihn und seinen Freund völlig erschöpft hatte,
Skier aus Norwegen kommen. Erste Versuche in der Nacht auf einer Wiese
bei Graz (aus Angst vor dem Spott) werden heimlich vorgenommen. Die Versuche
am Ruckerlberg werden aber von "Gaffern" gestört. Auch ZDARSKY
wird durch NANSEN in seiner Absicht, sich Skier kommen zu lassen, bestärkt.
(Bericht NANSENS in deutscher Sprache: "Auf Schneeschuhen durch
Grönland".)
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Durch
TONI SCHRUF geht es mit dem Skilauf aufwärts. Der Semmering und
Mürzzuschlag werden wichtige Zellen der Entwicklung des Skilaufes
in Österreich.
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Skipioniere der Neuzeit des Skilaufs
Matthias
Zdarsky
MATHIAS
ZDARSKY, 1856
in Iglau/Mähren geboren, zieht er sich in reiferen Jahren auf das Gut Habenreit
bei Lilienfeld zurück. Durch NANSEN, vor allem aber durch schneereiche Winter,
die seine Bewegungsfreiheit stark eindämmen, angeregt, läßt er sich aus Norwegen
Skier kommen. Diese sind 294 cm lang, 8 cm breit, 4,75 kg schwer und vorne und
hinten aufgebogen. Schon auf dem Weg von der Übernahme nach Hause merkte ZDARSKY,
daß die Skier für das alpine Gelände kaum geeignet sind. Er kürzt sie
daher auf ca. 1,80 cm und entfernt die Rille. Die Skier sind
bereits tailliert, d.h. vorne 2 cm und hinten 1 cm breiter als in der Mitte.
Mit dieser Form wird das Kurvenfahren erleichtert.
ZDARSKYS
großes Verdienst liegt auch in der Entwicklung von Bindungen: Nach über 200
Versuchen meldet er im Jahr 1896 in Wien die "Lilienfelder-Bindung"
zum Patent an - eine Metallsohlenplatte, die um eine Pufferfeder beweglich ist
(entspricht etwa der heutigen Tourenbindung; siehe Abbildung 7). Es ist die
erste seitenstabile Bindung, die ein Lenken der Skier durch den seitlichen Halt
erlaubt, während die "Rohrstabbindung" der Norweger diesen seitlichen
Halt vermissen läßt, sodaß man immer wieder mit dem Absatz seitlich in den Schnee
tritt und dabei bremst.
Abb. 6: Einige alte Bindungskonstruktionen aus der Gründerzeit
(Quelle: POLEDNIK, 284)
ZDARKSY hat inzwischen
auch eine Technik ersonnen, deren markantestes Bewegungselement das Stemmen
ist. Der Bogen, ein Halbkreisschwung, den er als Schlängelspur aneinandergereiht
fahren kann, ist in unserem Sinne ein Schwung, allerdings mit talseitigem Anstemmen
und Innenlage! Er verwendet nur einen Stock, "die Alpenlanze", den
er bei der Richtungsänderung wechselt (Rotation!).Diese Technik, die sich
bereits von den Norwegern unterscheidet, ist im alpinen Gelände auch von
weniger Begabten anwendbar.
Sein 1896 erscheinendes Lehrbuch "Lilienfelder Skilauf-Technik" (ab
der 4. Auflage "Alpine Skifahr-Technik") ist wegweisend für die
damalige Zeit. Die damals vorherrschende Technik der Norweger, Telemark- und
Kristianiaschwung, läßt er nur zur Übung gelten. Zdarsky-Technik
ist das Stemmen. Er stemmt talseitig an, lehnt sich nach innen auf den Stock,
entlastet so den bogeninneren Ski und dreht diesen bei.
ZDARSKY steht mit
seiner Ablehnung der Norweger in krassem Gegensatz zu der Verherrlichung der
"Lehrmeister" durch die deutschen Pioniere unter PAULCKE. Mit BILGERI
steht er in einem "Bindungsstreit", weil BILGERI seine Bindung der
ZDARSKYS nachbaut, nur unterschieden durch die Querfeder gegenüber der
Längsfeder bei der Lilienfelder Bindung.
1905 führt ZDARSKY am Muckenkogel in Lilienfeld erstmals einen "Torlauf"
durch, gefahren als Wertungslauf. ZDARSKY steht auch in der Auffassung des Zieles
des Skilaufs im Gegensatz zu der sportlichen betonten Einstellung der "Norweger",
weil er dem Tourenfahren den Vorzug gab.
Die Norweger verlangen
immer die schmale Spur - auch auf Harsch, dagegen ist ZDARSKY für eine
der Situation angepaßte Skistellung (ganz modern)! ZDARSKY ist das Genie
unter den österreichischen Skipionieren, weil er, ohne heimisches Vorbild,
jene Voraussetzungen im Skilauf schafft, die das alpine Gelände erst dem
Skifahrer erschließen. Er ist deshalb als der "Schöpfer"
des alpinen Skifahrens zu betrachten! Sein Buch "Alpine-Lilienfelder-Skifahrtechnik"
prägt die Entwicklung der Skitechnik nachhaltig. ZDARSKY hat viele Menschen
im Skifahren unterrichtet (man schätzt ca. 13.000 Schüler) und zwar
immer im Gruppenunterricht.
ZDARSKY stirbt 1940 als 84-jähriger, fährt aber noch bis ins hohe
Alter Ski, turnt täglich und gibt nie das Wasserspringen vom Dach seines
Hauses auf - und dies alles mit mehr als 80 Knochenbrüchen, von einer Lawinenverschüttung
im 1. Weltkrieg herrührend!
ZDARSKY gilt als Vater des alpinen Skilaufs während seine Schüler
am Vorhandenen anknüpfen und für die Verbreitung der neuen Sportart
sorgen. So bringt Generalmajor THEODOR VON LERCH, ein begeisterter Zdarksy-Anhänger,
1911 den Skilauf nach Japan.
Georg Bilgeri
Während des 1. Weltkrieges beginnt sich nun auch das Militär vermehrt
für den Skilauf zu interessieren. Einer seiner Repräsentanten, Oberst
GEORG BILGERI, geboren 1873 in Bregenz, ist der zweite der großen österreichischen
Skipioniere. BILGERI hat durch seinen Beruf als Offizier viel Gelegenheit, für
die Verbreitung des Skifahrens zu sorgen. Er führt den Doppelstock ein,
da er mit dem auseinandernehmbaren Einstock (für Laufen und Aufsteigen
bzw. für das Abfahren) bei beiden Seiten (ZDARSKY und den Norwegern) aneckt.
Aus dem Zdarsky-Schwung schafft er den beim Militär notwendigen Stemmbogen,
verwendet aber auch Telemark und Kristiania. Die "Lilienfeldbindung"
wandelt er zur "Bilgeribindung" um. BILGERI huldigt, entsprechend
seiner militärischen Herkunft, dem Drill mit Bewegungszerlegung. 1910 schreibt
er das Werk "Der alpine Skilauf". Nach dem Eintritt Italiens in den
1. Weltkrieg (Mai 1915) wird erstmals in der Geschichte der hochalpine Bereich
(Karawanken, Karnische Alpen) zum Kriegsschauplatz. Tausende Soldaten müssen
1916 eine Skiausbildung absolvieren, für die BILGERI seinen vereinfachten
Lehrweg anwendet. Nach dem Krieg tragen die vielen mit der Verwendung des Skis
nun vertrauten Soldaten zur Entwicklung des Skilaufs zum Massensport bei.
BILGERI stirbt 1934 am Patscherkofel während eines Skikurses. Seine Verdienste
liegen in der Verbreitung des Skilaufes, auf der Verbindung von ZDARSKYS Auffassung
mit jener der Norweger und auf dem Gebiet alpinistischen Skilaufes.
Viktor Sohm,
der Erkunder des Arlbergs
Der Bregenzer VIKTOR SOHM ist der Erkunder des Arlbergs als Skigebiet und gilt
als bedeutender Skipionier. Er führt zahlreiche Ski-Erstbesteigungen im
Arlberggebiet durch (Valluga, Trittkopf, Rüfikopf, ...). SOHM ist Gündungsmitglied
im Skiclub Arlberg am 3. Jänner 1901. Der "SCA" ist es auch,
der durch seine Mitglieder und aktive Vereinsarbeit mit Abhaltung von Skikursen
und Skiveranstaltungen den Weg für eine neue Ära des Skilaufs bereitet.
Hannes Schneider, der Skipionier vom Arlberg
HANNES SCHNEIDER,
geboren 1890 in Stuben am Arlberg, ist ein Skitalent, Ausnahmekönner und
einer der besten Rennläufer seiner Zeit. Durch das hohe Tempo bei seinen
Wettläufen wird aus dem Bilgeri-Stemmbogen der Stemmkristiania; dieser
gilt als Vorläufer unseres Stemmschwunges. SCHNEIDER fährt mit Rotation
des Beckens. Besonders deutlich ist das beim Pflugbogen, aber auch beim Stemmbogen
erkennbar; das Gesäß dreht deutlich über den Außenski
hinaus!
Mit 17 Jahren arbeitet
SCHNEIDER bereits als Skilehrer in St. Anton. 1922 aus dem Krieg heimgekehrt,
gründet er die erste Skischule Österreichs in St. Anton.
Gemeinsam mit ARNOLD FRANCK arbeitet er nicht nur am Film "Der weiße
Rausch", sondern gibt auch das Buch "Wunder des Schneeschuhs"
(1925) heraus, in dem erstmals Reihenaufnahmen eine genaue Analyse der Bewegung
erlauben.
SCHNEIDER ist ein ausgezeichneter Systematiker und Organisator. Er schafft einen
sehr straffen Unterrichtsplan: Schuß, Pflug, Pflugbogen, Stemmbogen, Stemmkristiania,
aber auch Gelände- und Quersprünge stehen im Programm. Talseitig anstemmen
und bergseitig ausstemmen wechseln bei den in Winkelstellung gefahrenen Richtungsänderungen
mit nur bergseitigem Stemmen. Parallelschwung gibt es nach SCHNEIDERS Meinung
keinen, es ist immer ein leichtes, oft kaum sichtbares Stemmen dabei! Die damaligen
Filmaufnahmen von "Parallelschwüngen" geben ihm recht.
Das 1928 erstmals ausgetragene Abfahrtsrennen am Arlberg (Kandaharrennen ) gilt
als Geburtsstunde des alpinen Skirennlaufs (der Torlauf von 1905 kann noch nicht
als Rennlauf bezeichnet werden.
SCHNEIDER trägt den österreichischen Skilauf in die Welt. Japan und
USA sind die bedeutendsten Länder, in denen er Kurse abhält.
H. SCHNEIDER stirbt 1955 in den USA, wohin er in der NS-Zeit emigrieren muß.
ERNST JANNER
wird 1923
vom Österr. Bundesministerium für Unterricht zum Leiter der Skikurse
für Lehrer und Hochschüler in St. Christoph am Arlberg bestellt. 1926
erscheint sein Werk "Arlbergschule/Lehrgang des Skilaufs". Sein Beitrag
zur Entwicklung des Skilaufs ist die Einführung der tiefen Fahrhaltung:
"Schußfahrten werden nur in der Fallinie eines Hanges durchgeführt
und es hängt das sichere Fahren von der entsprechenden Vorlage, einer gleichmäßigen
Gewichtsverteilung und der geschlossenen Skiführung ab. An diesen Abfahrten
erkennt man den guten Arlbergfahrer und dessen Haltung deswegen, weil gerade
hier die Tiefe unbedingte Notwendigkeit ist."
Geschichte Abfahrtslauf und Super-G
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-
1870
- Erste alpine Rennen in der norwegischen Region Telemark
-
1905
- Der Österreicher Zdarsky steckt den ersten Slalom; die Wertung
erfolgt nach Stilnoten
-
1922
- Erstes offizielles Rennen (Slalom) in Mürren/CH am 21. Januar 1922
unter der Leitung von Sir Arnold Lunn
-
1924
- Chamonix: Gründung der Internationalen Ski-Föderation (FIS)
-
1928
- Sir Arnold Lunn setzt auf dem FIS-Kongreß in St. Moritz die
provisorische Anerkennung der alpinen Disziplinen durch
-
1930
- Oslo: Offizielle Einführung der alpinen Disziplinen
-
1931
- Mürren: Erstes FIS-Rennen
-
1934
- Aufnahme der alpinen Kombination in das Programm der Olympischen
Winterspielen
-
1934
- Bezahlte Skilehrer gelten als "Profis" und werden nicht zu
den Winterspielen zugelassen
-
1936
- Garmisch-Partenkirchen: Erstmals bei Olympischen Spielen
-
1937
- Erste Weltmeisterschaften in Chamonix
-
1958
- Einführung einer weltweiten FIS-Rennserie
-
1968
- Einführung des Weltcup
-
1988
- Calgary: Erstmals stehen zehn Disziplinen auf dem Olympischen
Programm, je fünf für Männer und Frauen
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Geschichte Slalom und Riesenslalom
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1870
- Erste alpine Rennen in der norwegischen Region Telemark
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1905
- Der Österreicher Zdarsky steckt den ersten Slalom; die Wertung
erfolgt nach Stilnoten
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1922
- Erstes offizielles Rennen (Slalom) in Mürren/CH am 21. Januar 1922
unter der Leitung von Sir Arnold Lunn
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1924
- Chamonix: Gründung der Internationalen Ski-Föderation (FIS)
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1928
- Sir Arnold Lunn setzt auf dem FIS-Kongreß in St. Moritz die
provisorische Anerkennung der alpinen Disziplinen durch
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1930
- Oslo: Offizielle Einführung der alpinen Disziplinen
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1931
- Mürren: Erstes FIS-Rennen
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1934
- Aufnahme der alpinen Kombination in das Programm der Olympischen
Winterspielen
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1934
- Bezahlte Skilehrer gelten als "Profis" und werden nicht zu
den Winterspielen zugelassen
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1936
- Garmisch-Partenkirchen: Erstmals bei Olympischen Spielen
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1937
- Erste Weltmeisterschaften in Chamonix
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1958
- Einführung einer weltweiten FIS-Rennserie
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1968
- Einführung des Weltcup
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1988
- Calgary: Erstmals stehen zehn Disziplinen auf dem Olympischen
Programm, je fünf für Männer und Frauen
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Verbände:
FIS - Fédération Internationale de Ski, CH-3653 Oberhofen/Thunersee
Tel.: +41 (0) 33-244 61 61, Fax: +41 (0) 33-244 61 71
http://www.fis-ski.com
DSV - Deutscher Skiverband, Hubertusstraße 1, D-82152 Planegg
Tel.: +49 (0) 89-8579 0262, Fax: +49 (0) 89-8579 0263
http://www.ski-online.de
ÖSV - Österreichischer Skiverband, Olympiastrasse 10, A-6020 Innsbruck
Tel.: +43 (0) 512-335010, Fax: +43 (0) 512-361998
http://www.oesv.at
SSV - Schweizerischer Skiverband, Worbstrasse 52, Postfach 478, CH-3074 Muri
b. Bern
Tel.: +41 (0) 31-950 61 11, Fax: +41 (0) 31-950 61 10
http://www.swiss-ski.ch
|