CRESTA
 
Britisches Nationalheiligtum

St. Moritz im vorigen Jahrhundert - einer der ältesten europäischen Wintersport- und Kurorte, 1850 m über dem Meeresspiegel. Ferienparadies im schweizer Engadin. Die meisten Touristen kamen aus gesundheitlichen Gründen hierher. Die klare Bergluft war gut gegen Tuberkulose. Die Ärzte empfahlen Wandern und - für Unternehmungslustige - leichte Fahrten mit einem Holzrodelschlitten.

Es gab allerdings schon damals einige Kühne, denen einfaches Rodeln nicht genügte. In späteren Jahren des vorigen Jahrhunderts lieferten sich die kräftigeren Kurgäste, Damen wie Herren, auf der Dorfrodelbahn regelrechte Wettrennen; solo, zu zweit oder zu dritt.

1884 beschloß eine Gruppe von Briten unter Führung eines Major Bulpett, das es nun an der Zeit wäre, eine richtige Eisrennbahn zu bauen. Man wählte dafür einen steilen Talhang, oberhalb des kleinen Örtchens Cresta. Und so begann im Dezember 1884 der Bau des "Cresta-Run". Am 16. Februar 1885 wurde das erste Cresta-Rennen, das "Grand National", gefahren. Zunächst fuhr man aufrecht sitzend auf dem Schlitten. Erst 1887 wagte der erste Fahrer die Abfahrt liegend mit dem Kopf voran. Cresta-Skeleton war somit geboren. Frauen und Männer benutzten dieselbe Piste. Miss Ursula Weble gewann das "Grand National" für Damen insgesamt neun Mal.

Die ersten drei Siege errang sie in sitzender Position, danach liegend sechs weitere. Sie war damit die erfolgreichste Cresta-Fahrerin aller Zeiten.Doch 1929 wurden Frauen nach heftigen Debatten aus dem Cresta-Club ausgeschlossen. Es hieß, Cresta-Fahren könne Brustkrebs hervorrufen. Auch heute noch ist den Frauen Cresta-Fahren verwehrt. Cresta ist ausschließlich eine Männerdomäne und der Club ist auch nicht dazu geneigt, seine Statuten zu ändern, obwohl es genügend Anwärterinnen gäbe.

Weiter Infos gibt es "natürlich" in St. Moritz.
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Hier ein Artikel
vom Cresta-Run Sekretariat in St. Moritz

Der Cresta-Run wurde erstmals auf die Wintersaison 1884/85 hin erstellt.
Cresta-Fahren wird für jeden, der einmal damit angefangen hat, zu einer wahren Sucht. Das Spiel mit der Gefahr, der Hauch des Abenteuers, das ist es wohl, was das Fahren auf dem Cresta-Run mit dem schnellen Skeleton, oder, der Engländer sagt, dem Toboggan, so attraktiv, so faszinierend macht. Normalerweise eröffnet der Cresta Run zwei oder drei Tage vor Weihnachten und schliesst Ende Februar oder anfangs März. Über dreissig hochkarätige Rennen finden während dieser Zeitspanne statt.

Der Cresta-Club ist ein privater Club, auch Nicht-Mitglieder sind aber herzlich willkommen, einen "Run" zu absolvieren. Er wird allgemein als Exklusiv-Club betrachtet. Das ist er jedoch nicht. Ihm gehörten ursprünglich fast nur Engländer und Amerikaner an. In den letzten Jahren ist er jedoch offen gestaltet worden und heute stammt eine Grosszahl der Mitglieder aus anderen Ländern. Es sind unter anderem zahlreiche Schweizer, Deutsche, Italiener, Österreicher oder Franzosen dabei.

Eines ist allerdings nach wie vor geblieben: Der ganze Betrieb wird in englischer Sprache geführt. Einzig das Schliessungszeichen jeden Mittag wird durch den Lautsprecher in Italienisch mit dem Wort "Terminato" durchgegeben. Dies kommt daher, das die Cresta-Arbeiter, diejenigen, die die Schnee- und Eisarbeiten schon während Jahrzehnten bis auf den heutigen Tag ausführen, italienische Spezialisten sind. Sie müssen wissen, wann die Bahn geschlossen wird, denn sofort danach haben sie von der Überwachung zur Reinigungs- und Unterhaltsarbeit zu wechseln.

Cresta-Fahren kann nicht als gefährlicher Sport bezeichnet werden. Unfälle sind sehr selten. Es ist Ehrensache eines jeden Mitglieds des "St. Moritz Tobogganing Club", Anfängern Anleitung zu geben und sie einzuführen.

Die ersten Skeletons wurden von demselben Mann hergestellt, der auch die ersten Bobsleighs baute und sich wie folgt anpries: "Manufacturer of Toboggans Christian Mathis". Schon damals wurden regelmässig grosse Konkurrenzen ausgetragen.

Heute ist Cresta-Fahren ein ausschliesslich dem männlichen Geschlecht vorbehaltener Sport. Während den ersten Jahrzehnten waren auch Damen zugelassen. Die Ärzte rieten jedoch davon ab, als die Damen von der sitzenden in die liegende Fahrstellung übergingen. Die Schläge auf die Brust könnten krebserregend sein, lautete damals ihr Urteil. Um dies zu verstehen, muss man wissen, dass jeder Cresta-Fahrer auf seinen 1200 m langen Schussfahrt derart durcheinandergeschüttelt wird, dass er sich vorkommt wie der Inhalt eines Schüttelbechers.

Die Durchschnittsgeschwindigkeit der besten Fahrer beträgt heute - bei stehendem Start - knapp 90 km/h, die Höchstgeschwindigkeit auf dem unteren Teil der Piste hingegen ca. 140 km/h. Eine faszinierende Fahrt, wenn man bedenkt, dass die Nase des Fahrers höchstens 15 bis 20 cm über dem Eis dahinfliegt.

Web: www.cresta-run.com

 

St. Moritz - Cresta
 
 
 
 
 
 


 

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