EISTAUCHEN
 
Disziplinen:
T
auchen unter einer gefrorenen Oberfläche, eine Sicherheitsleine weist den Weg zurück an die Oberfläche
Nervenkitzel im kühlen Nass

Der Tauchsport erfreut sich nicht nur in den klassischen Tauchrevieren an den Küsten der Weltmeere immer größerer Beliebtheit, auch in unseren Breiten findet sich eine ständig wachsende Anhängerschar dieser Sportart.

Immer mehr Taucher geben sich mit dem herkömmlichen Tauchen nicht mehr zufrieden und entdecken extreme Formen wie das Eistauchen für sich. Es handelt sich dabei um ein sehr riskantes Vergnügen, das bestes Wissen voraussetzt und daher nur von besonders geübten Tauchern ausgeübt werden sollte. Die Faszination des Eistauchens liegt im Nervenkitzel, den die geschlossenen Oberfläche hervorruft sowie in der Optik, die durch die Klarheit des eiskalten Wassers entsteht. Das Wasser unter der Eisdecke bleibt von Wind und Wetter unberührt und ist deshalb kristallklar.

Bei richtigem Eistauchen muss das Eis so dick sein, dass es Menschen trägt. In das Eis wird ein für zwei Taucher reichendes Loch geschlagen, in das die Taucher nie ohne eigene Sicherheitsleine steigen sollten. Die eisige Kälte des Wassers ist nicht ungefährlich und bei Problemen bleibt einem das direkte Auftauchen an die rettende Oberfläche verwehrt, weshalb für sicheres Eistauchen mindestens sechs Taucher erforderlich sind, um im Notfall sofort Hilfe leisten können. Zwei Taucher bilden die Vorhut, zwei sind für die Sicherheit da und zwei bleiben am Loch zurück.

Die Ausrüstung sollte in jeder Hinsicht erstklassig und vereisungssicher sein. Ein Trockentauchanzug oder 9-mm-Neoprenanzug sind Voraussetzung, aber auch damit dauert ein Tauchgang unter Eis kaum länger als eine halbe Stunde, denn dann wird das Vergnügen trotz der dichten Kleidung zur Zitterpartie.

Extrem und Eiskalt

Allein der Gedanke ans Eistauchen läßt so manchen das Blut in den Adern gefrieren. Nicht ohne Grund, denn das Tauchen unter dem Eis findet unter harten Bedingungen statt: Es ist eisig kalt, den Weg zur Oberfläche verwehrt eine gläserne und undurchdringliche Wand Oft ist die Sicht schlecht, manchmal umgibt einem fast die Dunkelheit. Aber: Erfahren, umsichtige Taucher, die es dennoch wagen, werden mit eiskalter Schönheit belohnt. Menschen zieht es immer genau dahin, wo sie Geheimnisvolles und Unerwartetes vermuten. Was bietet sich da mehr an als ein Gewässer, dessen Oberfläche von einer Eisdecke verschlossen ist. Da beim Eistauchen der Sicherheitsaspekt höchste Priorität hat, gibt es unter anderem auch immer ein Sicherungsteam, das startklar am Eisloch wartet. Sollte die gerade tauchende Gruppe Probleme haben, gibt sie entsprechende Leinensignale. Dann springen die Sicherungstaucher sofort ins Loch und machen sich auf den Weg zur hilfesuchenden Gruppe.

Eistauchen - ... und die Vorbereitungen

Beim tauchen unter der geschlossenen Eisdecke stellen sich die gleichen Probleme wie beim Höhlentauchen. Das direkte auftauchen an die Rettende Oberfläche bei Problemen bleibt einem Verwehrt. Aus diesen Gründen müssen bestimmte Sicherheitsregeln beachtet werden.



 

 

Sicherheit

Gutes Licht mitführen (mindestens eine Ersatzlampe pro Taucher).
Großer Luftvorrat (In jeden Fall doppelte Reserve einplanen).
Doppelventil mit zwei unabhängigen Lungenautomaten (Vereisungssicher)
Es muß eine Führungsleine verwendet werden (hohe Reißfestigkeit, schwimmend) Herausschlagen oder -sägen eines ca. 2m x 2m großen Einstiegsloches. Die herausgesägte Eisscholle wird unter die Eisdecke gedrückt und zur Seite geschoben. Dadurch ist das Einstiegsloch von unten besser sichtbar. Die Führungsleine auslegen und an einem festen Punkt (Baum oder Eishacken) verankern. Leinenführer und Sicherheitstaucher am Einstieg. Leinenzeichen vereinbaren. Taucher mit großem Karabinerhaken und einer kurzen Leine am Führungsseil einhaken. Warme Getränke etc. bereitstellen. Zum Umkleiden eventuell geheiztes Zelt verwenden.

Tip's und Ratschläge

Bei dünner Eisdecke nicht auf das Eis gehen oder wenigstens das Tauchgerät erst im Wasser anlegen. Bei Gewässern, die nur teilweise zugefroren sind, nicht leichtsinnig werden und meinen, man käme schon nicht unter das Eis. Einige Unfälle in den letzten Jahren haben gezeigt, daß Taucher sich gerne zuviel zutrauen, dann aber unter Wasser doch die Orientierung verlieren. Ein Aufbrechen der Eisdecke von unten ist im Notfall bereits bei geringer Eisdecke illusorische. Die Führungsleine ist deshalb unabdingbar. Warmen Neoprenanzug oder besser Trockentauchanzug, Gesicht mit Vaseline einreiben gegen die Kälte. Nur eigene und vertraute Tauchausrüstung verwenden. Nach dem Tauchen: Eisloch sichern (Achtung bei Zuschauern und Schlittschuhläufern !)

Verbände:

http://www.cmas.org
CMAS - Confédération Internationale des Activités Subaquatiques, Viale Tiziano 74, I-00196 Rom
Tel.: +39 (0) 6-36 85 84 80, Fax: +39 (0) 6-36 85 84 90

http://www.vdst.de
VDST - Verband Deutscher Sporttaucher e.V., Tannenstraße 25, D-64546 Mörfelden/Walldorf
Tel.: +49 (0) 6105-96 13 01, Fax: +49 (0) 6105-96 13 45

http://www.tsvoe.or.at
TSVÖ - Tauchsportverband Österreichs, Fischergasse 21, A-4600 Wels
Tel.: +43 (0) 1-724 24 46 17, Fax: +43 (0) 1-981 61 85 56

SUSV - Schweizer Unterwasser-Sport-Verband, Pavillonweg 3, CH-3012 Bern
Tel.: +41 (0) 31-301 43 43, Fax: +41 (0) 31-301 43 93
http://www.susv.ch

 

 
 
 
 
 
 
 


 

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