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Jetzt zieht
erst mal den schwarzen Overall an", sagt Theo Hellbrügge. "Und
dann machen wir einen kleinen Probelauf im Zorb."
Imponierend funkelt die
durchsichtige PVC-Kugel mit drei Metern Durchmesser in der Sonne. Da sollen
wir tatsächlich hineinklettern - ganz sicher sind sich die zukünftigen Zorbonauten noch nicht. Aber es gibt kein Zurück mehr. Schliesslich sind
sie aus ganz Deutschland ins sauerländische Elpe gekommen, um Zorbing,
die neue Fun-Sportart aus Neuseeland, zu testen.
Entspannt
die Zentrifugalkraft erleben
Was genau ist ein Zorb?
Ein Zorb
ist eine aufblasbare PVC-Kugel, durchsichtig, mit drei Metern Durchmesser. Im
Innern hängt eine kleine, ebenfalls transparente Kugel, in der der Zorbonaut
bequem aufrecht stehen kann. Zwischen der inneren und der äusseren Kugel
schützt ein Luftpolster den mutigen Piloten. In der Innenkabine kann man
stehen, hüpfen, laufen, rennen oder sich entspannt von der Zentrifugalkraft
an die weiche PVC-Innenhaut drücken lassen, während der Zorb ins Tal
rollt.
Um genau
dies zu tun, stehen wir am Fusse dieses Hügels. Irgendwie bodenständig
und beruhigend wirkt die Stimme von Theo Hellbrügge. Der Bayer ist Deutschlands
berühmtester Zorbonaut. Er hat das neue Sportgerät in Jürgen
von der Lippes Show "Geld oder Liebe" vorgestellt. Er erzählt
etwas von nur 20 Prozent Gefälle und dass es uns auf jeden Fall grossen
Spass machen wird. Die Halskrause, die man zum Schutz gegen Verrenkungen tragen
muss, sollte uns nicht beunruhigen. "Tut sie auch nicht", sagt die
27jährige Anja tapfer und meldet sich als Erst-Zorbonautin für den
"Hill Run", den ultimativen Zorber-Kick. Erfunden wurde das Zorbing
von den Neuseeländern Dwane van der Sluis und Andrew Akers. Bei einem Strandbesuch
suchten sie eine Möglichkeit, vom Meer zu ihrem Badetuch zu gelangen, ohne
den heissen Sand zu berühren, und kamen auf die Idee mit der PVC-Kugel.
So will es zumindest die Legende. Von der Idee bis zur praktikablen Lösung
sollen dann noch einige Monate vergangen sein, und bald wurde Zorbing zum Strandhit
in Neuseeland, wo auch das Bungeejumping seinen Siegeszug rund um die Welt begonnen
hat.
TÜV-geprüft ins Tal rasen
Wir sind
mittlerweile dabei, den Hügel zu erklimmen. "20 Prozent Steigung sind
wirklich nicht viel", meint Theo, der zu unserer Beruhigung noch den TÜV-Brandenburg
erwähnt, die hätten den Zorb getestet und für ungefährlich
erklärt. Na dann, die Schweissperlen auf meiner Stirn und mein Puls sagen
mir etwas anderes. Dennoch, bald sind wir oben, und nachdem die mutige Anja
sich ins Tal gestürzt hat, bin ich an der Reihe. "Zieh' Schuhe und
Strümpfe aus, die brauchst Du im Zorb nicht", sagt Theo. Mit einem
Hechtsprung gelange ich durch die Schleuse in die Kugel. Jetzt heisst es laufen,
um eine möglichst hohe Geschwindigkeit zu erreichen. Plötzlich ist
es mit dem Laufen vorbei. Die Zentrifugalkräfte drücken mich sanft
gegen die PVC-Innenhaut. Ich beginne mich mit dem Zorb zu drehen. Himmel, Tal,
Knie, Gras, Gras platt, Fuss, Berg, Himmel, Tal, Knie, Gras. Worte wie "Waschmaschine
- Schleudergang - Abrahams Schoss - sowastolleshab'ichjanochnieerlebt"
schiessen mir durch den Kopf, dann ist es auch schon vorbei. Der Zorb schwingt
langsam aus.
Der "Hill Run" bringt den echten Kick
"Dagegen ist Bungeejumping echt schlapp", sagt Anja, als ich aus dem
Zorb aussteige. Recht hat sie. So ein "Hill Run" hat's in sich. Dabei
soll es aber nicht bleiben, denn der Zorb bietet weitere Möglichkeiten.
"Man kann beispielsweise auf einem See zorben oder sich eine Skipiste hinunterstürzen.
"Die PVC-Haut macht das alles mit", meint Theo, und der muss es ja
wissen. Ich zieh' den schwarzen Overall aus, denn auf eine zweite Runde will
ich dann doch verzichten. Redakteur Rüdiger Ganslandt hat den Zorb für
die "Starken Seiten" getestet.
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